Unterrichts-Blog

Thomas Eberth – Anne-Frank Realschule plus Montabaur

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Aufeinander hören

In den ersten Wochen und Monaten sind Bläserklassen-Schüler wie jeder Anfänger-Musiker noch sehr mit sich selbst und den vielen Dingen, die sie beachten müssen (Noten lesen, Takt schlagen, Rhythmus beachten, richtig atmen, …) beschäftigt. Trotzdem sollte meines Erachtens sehr früh damit begonnen werden, auch auf andere zu hören. Es ist ja gerade ein großer Vorteil der Bläserklassen, dass hier von Anfang an mit anderen zusammen musiziert wird.

Das kann bei ganz einfachen Einblasübungen geschehen: Alle Schüler halten den gleichen Ton aus (z. B. das klingende b). Nun soll jeder sich ein anderes Instrument aussuchen, dass er aus der Masse heraushören möchte. Das Resultat ist verblüffend: Die Gesamtlautstärke sinkt ein wenig. Viel wichtiger aber ist, dass die einzelnen Instrumente nun alle gleich laut klingen und ein sehr ausgewogener Gesamtklang entsteht. Fortgesetzt wird die Übung mit anderen Tönen (z. B. der klingend B-Dur-Tonleiter aufsteigend), wobei sich jeder bei jedem Ton ein anderes Instrument zum Heraushören aussucht.

Dreiklang Qunitlage

B-Dur-Dreiklang in Quintlage

Eine Steigerung dieser Hörübung kann das Dreiklangspiel darstellen. Hier geht es dann schon nicht mehr nur um das Klang- und Dynamikhören, sondern bereits um das intonatorische Hören. Die Theorie dahinter (tief angespielte Terz im Durdreiklang) muss den Schülern gar nicht erläutert werden. Das tiefe Blech und die Tenor-Saxophone spielen das klingende B (den „ersten Ton“), dann kommen die Flöten und Klarinetten mit dem klingenden F („fünfter Ton“) dazu und schließlich füllen die Alt-Saxophone und Trompeten den Dreiklang mit der Terz, dem klingenden d („dritter Ton“).

Dreiklang Terzlage

Es-Dur-Dreiklang in Terzlage

Auch hierbei muss jeder Schüler ein Instrument aus einer Dreiklangstongruppe hören. Ganz ohne dass die Schüler über die Hintergründe und Theorie der Intonation wissen, steigert das bewusste Heraushören die Intonation enorm. Probieren Sie es aus!
Später kann dann auch der Subdominant- (in Terzlage/2. Umkehrung) und Dominant-Dreiklang (in Oktavlage/1. Umkehrung) in ähnlicher Art und Weise gespielt werden.

Dreiklang Oktavlage

F-Dur-Dreiklang in Oktavlage

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